ZUM PODCAST – FREIE REDE VON DIETER DUHM MIT MUSIKALISCHER BEGLEITUNG AUS TAMERA

Meditation ist die Öffnung eines großen, energievollen, geistigen Raumes. Das erste Merkmal der Meditation heißt: hohe Energie. Diese hohe Energie, die sowohl körperlich als auch geistig existiert, kommt daher, dass wir austreten aus dem Raum unseres Begehrens, unserer Lüste und Unlüste, unserer Ängste und Vergleiche, unserer Reaktionen und Kommentare. Wir haben die Filmwelt verlassen.

Stellt euch vor, ihr habt einen inneren Zeiger, eine Art Seismograph. Sobald ich eintrete in den Raum der Meditation, steht der Zeiger still. Oder umgekehrt, sobald ich in der Lage bin, durch die Kraft meines Willens den Zeiger zum Stillstand zu bringen, bin ich im Raum der Meditation. Es steigt sprunghaft die Energie. Und je länger ich den Zeiger stillhalte, umso größer wird dieser Raum. Und dieser Raum hat wunderliche Eigenschaften.
In den normalen Lebenszuständen lebst du vor einer übermächtigen Gesellschaft, deren Augen dich wie Richterblicke anschauen, du introjizierst ihren Blick und ihr Urteil, die Energie geht von außen nach innen, der Zeiger wackelt heftig, denn du bist im Dauerfilm. Du wirst dabei auf dein kleines individuelles Ego reduziert. Im Falle des unbewegten Zeigers geht die Energie von innen nach außen, sie baut, weitet, vergrößert den Raum um dich herum, erzeugt diese angstfreie Welt, in der du wirkungsvoll handeln kannst. Du hast die verlorene Macht zu dir zurückgeholt.
Meditation ist Konzentration, konzentriertes Dasein. Es IST eine andere Welt. Es ist eine Welt ohne Kommentare, ohne Angst vor Verurteilung. Du wirst nicht eingeholt durch peinigende Erinnerungen oder ängstliche Assoziationen. Die Richtung geht von innen nach außen – und doch ist etwas ganz auf Empfang. Es ist die Frequenz der Gegenwärtigkeit und die Frequenz der Heilung. Meditation ist der Zustand, der unser gewohntes Dasein hinüberführt in das angestrebte, erzielte Dasein. Durch Meditation können wir, wie durch ein Schlüsselloch, hineinblicken in unsere Zukunft. Ich erlebe die konkrete Utopie. Ich erlebe, wie der Rücken, der eben noch so verspannt und müde war, sich von selber justiert und einrichtet, so dass Kraft durchfließen kann. Eigentlich erlebe ich die Gospel und ihre innere Funktionslogik. Ich erlebe eine hassfreie Welt. Sie ist hassfrei, weil an die Stelle des Hasses die Kraft getreten ist. Hass steht auf der Seite der Ohnmacht und des wackelnden Zeigers. Kraft steht auf der Seite der Macht und des stillen Zeigers. Wenn du ganz beim unbewegten Zeiger bleibst, geht göttliche Energie durch dich in die Welt oder in den Menschen, der bei dir Hilfe sucht. Hier liegt immer wieder eine Gewissheit. Es ist keine Hoffnung, keine Spekulation, keine spirituelle Propaganda, sondern reale Erfahrung. Meditation ist der Eintritt in den Raum einer lichten, heiligen Macht. Diese Macht ist nicht mehr von mir. Sie ist einfach da. Sie ist die Eigentümlichkeit des Lebens. Das ganze Leben meditiert. Alles, was wir um uns herum wahrnehmen, das Summen der Fliegen, das Krächzen der Raben, die vor mir liegenden Hügel, die im Wind schaukelnden Zweige der Korkeichen, die Vögel, die da oben zwitschern – all das befindet sich in ewiger Meditation. Das gesamte Universum, aus dem die Galaxien hervorgehen, befindet sich in tiefster Meditation. Und wir Menschen werden alles das verstehen lernen, so, wie wir es lernen werden, unser gesamtes Leben in die Meditation zu bringen.

Das All der unbegrenzten Möglichkeiten
Mit dem Aufbau einer funktionierender Gemeinschaft mit freier Liebe ohne Lüge und Konkurrenz öffnet sich in der Evolution des Menschen, des Einzelnen wie der Gattung, langsam aber sicher ein neues Tor. Wir schauen wie durch einen Türspalt auf eine neue große Möglichkeit des Lebens. Sie liegt noch nebelhaft vor uns. Doch je näher wir ihr kommen, desto mehr offenbart sich eine Zukunft, die beinahe grenzenlose Möglichkeiten bereit hält. Wir sehen eine ganz neue Entwicklung und Formation der menschlichen Gemeinschaft. Wir sehen eine ganz neue Entwicklung und Formation für die Kooperation von Mensch und Erde. Wir sehen, wie aus der langsamen, tiefen und stillen Kommunion aller Wesen und Dinge ein neues Ganzes entsteht, das unsere eigene Art ebenso verändern wird wie die Mitgeschöpfe um uns herum, denn wir leben in einem Ganzen. Wir ahnen, was es heißt, die eben gewonnene Kraft der Meditation durch diese Türöffnung zu schicken und hinauszublicken in ein All, welches sich eben unter dem Einfluss dieses Blickes verwandelt hat auf jenes Muster zu, das schon so lange auf Abruf wartete, das uns vorgezeichnet war als urgeschichtliche Utopie im Steinkreis und das wir jetzt beinahe sehen können, solange wir in der Stille bleiben. Wir werden die Tür weiter .ffnen. Wir werden hinaustreten aus unserem bisherigen Raum – wie die Raumfahrer aus ihrer Raumf.hre. Wir werden eintreten in das All der unbegrenzten M.glichkeiten. Es ist so. Denn die alten Grenzen von Angst und Eifersucht existieren nicht mehr.

Aus dem Buch: Der Immanente Gott – von Dieter Duhm