“Als ich die Granatsplitter meines Lebens wieder zusammenfügte und das Herz entdeckte, das durch den Krieg zerbrochen war, begriff ich, dass es kein gerechtfertigtes Töten gibt, keine Trennung zwischen guter und schlechter Gewalt und dass echte Moral und Redlichkeit im Krieg nicht existiert. Krieg ist niemals moralisch. Er ist einfach ein Ausagieren von Leid. Handeln, das aus Leiden resultiert.“
Aus dem Buch: Krieg beenden, Frieden leben von Claude Anshin Thomas

“Es gibt eine Welt, die wir erschaffen haben. Und es gibt eine Welt, die uns erschaffen hat. Beide Welten müssen zusammenkommen. Das ist das Ziel der Reise.”
Dieter Duhm

Unter dem Motto „Wir weigern und Feinde zu sein“ pilgerten wir im Jahre 2005 mit einer Gruppe von Israelis und Palästinensern durch Israel und die Westbank und hielten in der Nacht vom 8. auf den 9. November eine Mahnwache vor der Mauer. Der Anlass war das historische Datum vom 9. November: Die Reichspogromnacht von 1938 und die Öffnung der Berliner Mauer 1989. Dieser Tag ist seitdem für uns ein Tag der Mahnung und der Hoffnung geworden. Wir nennen ihn den “Global Grace Day”.

Die Grausamkeit, zu der der Mensch fähig ist, geht weit über das hinaus, was wir uns vorstellen können. Die ehemaligen Konzentrationslager atmen immer noch die Geschichte einer Vergangenheit, deren Realität fast von keinem Überlebenden wirklich geschaut werden konnte. Es waren unsere Eltern und Großeltern, die in diesem Krieg lebten und handelten. Ganz normale Menschen. Wir haben bis heute den faschistischen Knoten nicht lösen können. Wir müssen an die Ursache des Krieges gehen, um ihn tatsächlich zu beenden. Kennen wir eine Antwort, an die wir wirklich glauben?
Noch heute gehorchen viele von uns Anordnungen, die sie nicht für sinnvoll halten. Wir alle machen mehr oder weniger mit bei einem System, das Krieg erzeugt. Und viele von uns haben das Gefühl, dass es keinen Sinn hat, gegen das System zu kämpfen. Wir sehen, wie sich, ausgelöst durch Corona, eine Spaltung durch die Gesellschaft zieht. Wie viele, die sich an die Maskenpflicht halten, glauben wirklich an deren Schutz? Wer oder was konnte so schnell weltweit die Maskenpflicht durchsetzen? Wer oder was konnte Flughäfen stilllegen, Ausgangssperren ausrufen, Schulen und Universitäten schließen? Warum macht die ganze Welt so bereitwillig mit? Ist es die kollektive Angst? Wenn ja: Hätte kollektives Vertrauen nicht eine viel größere Macht? Wie würden die Anordnungen lauten, denen wir gerne folgen, weil sie dem Leben und der Wahrheit dienen?

Wie wechseln wir von der Matrix der Angst in die Matrix des Vertrauens? Was befähigt uns, tatsächlich feindliches Denken abzubauen und in Kooperation zu treten statt in Macht und Verteidigung? Was befähigt uns, die Wahrheit zu sagen, ohne Andersdenkende anzuklagen? Was befähigt uns, mit der Natur so zu kooperieren, dass sie ihre Fülle und Regenerationskraft offenbaren kann?

Nie waren wir so herausgefordert wie zur Zeit, das heile Bild der Erde zu sehen. Corona lässt uns erkennen, dass wir alle gemeinsam in einer globalen Krise stehen. Corona stellt uns menschheitlich die Frage: Wählt ihr den Auf- oder Untergang? Seid ihr bereit, auf die Stimme des Lebens und der Heilung zu hören und ihr zu folgen? Oder dient ihr weiterhin den Systemen, die das Leben zerstören?

Wir nehmen den 9. November, den Global Grace Day als Mahnung, auf die Stimme des Lebens zu hören, und laden euch dazu ein, dasselbe zu tun. Es gibt nur eine Erde, eine Sonne, ein Wasserkörper, ein Klima, eine Menschheit. Immer noch umarmen sich Liebende. Immer noch geschehen Heilungswunder. Es gibt eine Matrix des Lebens und der Liebe, die weiß, was unserem menschheitlichen Überleben dient und wie es erreicht wird.

Wir finden unser klares Nein zu allem, das nicht dem Leben dient. Und wir werden alles daran setzen, aus den Strukturen der Feindschaft auszutreten: gegenüber der Erde und ihren Gewässern, gegenüber indigenen Völkern und Andersdenkenden, zwischen Männern und Frauen und allen anderen sexuellen Identitäten, gegenüber Tieren, Pflanzen, Elementen und allen Wundern der Liebe.

Wir können auf der Erde nur soviel Frieden verwirklichen, wie wir ihn in unserem Innern kennengelernt haben. Wir spüren, dass es um einen radikalen Wandel geht, zu dem wir nur die Kraft haben werden, wenn wir uns mit der Matrix des Lebens verbinden, mit der Heiligkeit des Lebens selbst.

In Tamera gehen wir am 9. November bei Sonnenaufgang in Meditation zum Thema: „Wir weigern uns Feinde zu sein”. Wir werden den Tag dann pilgernd verbringen. Wir laden auch euch ein, an diesem Tag zusammenzukommen zur Frage: Was befähigt uns, tatsächlich aus feindlichem Denken auszutreten?

Wir folgen keiner Weltuntergangsstimmung, sondern sehen am Horizont eine neue Möglichkeit: Dass wir eines Tages rückblickend erkennen werden, dass Corona uns weltweit befähigt hat, unsere inneren Masken abzulegen. Wir kommenauf den Grund unserer Wahrheit und entwickeln in aller Entschlossenheit die Lebenssysteme, die den Frieden weltweit einleiten. Laut einer unveröffentlichten Prophezeiung der Kogi haben wir für diesen Prozess drei Jahre Zeit.
Lasst sie uns nutzen im Namen unserer Liebe zu aller Kreatur.

Von Herzen
Sabine Lichtenfels

Wir möchten euch auch Sabine Lichtenfels´ Buch zum Thema hinweisen: Grace Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg, ein engagiertes Zeugnis von Konflikt, Leid und Heilung.