Der nächste Schritt der Evolution ist auf „Konvergenz” gerichtet: dem Einen entgegen. Im globalen Bewusstsein der neuen Zeit erfolgt die Wiedereinordnung aller Lebensvorgänge in die „Heilige Allianz des Lebens”, also in die große Lebensfamilie, der wir alle, wir Menschen mit allen Mitgeschöpfen, angehören. Alle Geschöpfe sind Organe im Organismus der großen Lebensfamilie.

Wenn wir dies anerkennen, erfolgen die weiteren Denkschritte von selbst, sie gehören zur Liturgie des neuen Evangeliums. Die Lebensfamilie ist gesund, wenn die Organe gesund sind. Die Organe sind gesund, wenn sie in der Energie der universellen Lebensschwingung miteinander verbunden sind. Das ist die Energie des Vertrauens. Die Tiere kommen auf den Menschen zu, wenn sie keine Angst mehr vor ihm haben müssen. Die alte Jesaja-Geschichte ist im Prinzip wahr! Das Lamm liegt beim Löwen.

In einer Bibelübersetzung lesen wir: „Dann werden der Wolf und das Lamm einträchtig zusammenleben, der Leopard und die Ziege werden beieinander liegen. Kalb, Löwe und Vieh werden Freunde, und ein kleiner Junge wird sie hüten. Kuh und Bär werden miteinander weiden. Ihre Jungen werden nebeneinander ruhen. Der Löwe wird Stroh fressen wie das Vieh. Der Säugling spielt am Schlupfloch der Otter. Ja, ein Kleinkind steckt seine Hand in eine Giftschlangenhöhle. Auf meinem ganzen heiligen Berg wird niemand mehr etwas Böses tun oder Unheil stiften, denn wie das Wasser das Meer füllt, so wird die Erde mit der Erkenntnis des Herrn erfüllt sein.” (Jesaja 11:6-9)

Es ist erstaunlich, wie eine solche Vision im siebten Jahrhundert vor Christus von einem jüdischen Propheten empfangen werden konnte. Die Dinge, die wir in Tamera über die Kontaktfreude der Tiere erlebt haben, bestätigen diese Vision. Wir kennen die bereits genannten Bilder, welche ans Herz gehen: Löwen, die ihren zurückgekehrten Wärter umarmen, die Riesenschlange, die sich von einem Baby den Kopf bürsten lässt, etc. In dieser Urmatrix gibt es keine Gewalt. Wir Menschen sind das Auge der Evolution, wir können erkennen, wie die Biosphäre zusammenhängt und wodurch ihre Teile voneinander getrennt wurden. Indem wir dies sehen, wissen wir auch, wie die Teile wieder zusammenkommen können. Hier liegt ein Schlüssel für alles Weitere.

Wenn jemand fragt, was denn das Herzstück von Terra Nova sei, dann können wir antworten: Es ist die heilige Allianz aller Lebewesen. Wenn wir von der neuen planetarischen Gemeinschaft sprechen, dann meinen wir auch die heilige Allianz aller Mitgeschöpfe, denn sie gehören zur planetarischen Gemeinschaft. Sobald Friede eingekehrt ist, wo bisher Angst war, werden wir erkennen, welchen Lebensdienst die Tiere leisten, die wir bisher aus unserem Leben verbannt hatten: die Schlangen, Ratten, Kröten oder die sogenannten „Schädlinge” im Garten. Wir können Tränen der Erkenntnis vergießen, wenn wir erkennen, wie wir uns diesen Tieren gegenüber verhalten haben, und wenn wir ahnen, wie sie immer unsere Gegenwart gesucht haben. Wir hatten geglaubt, sie seien Schädlinge; sie aber kamen zu uns, weil sie im großen Schöpfungsplan unsere Hilfe und Kooperation brauchen.

Es gibt momentan wahrscheinlich nicht viele Menschen auf der Erde, die noch in ursprünglicher Weise mit dem Leben und seinen Geschöpfen verbunden sind – aber es gibt sehr viele, die es wieder werden können, denn alle tragen das Bild der heiligen Allianz in ihrem „Metabewusstsein”. Das Metabewusstsein ist nicht aktuell bewusst, aber es ist bewusstseinsfähig, denn es ist eingebaut in unsere genetische Struktur. Das Metabewusstsein enthält das universelle Wissen („Akasha-Chronik”), denn das Wissen der Welt ist holografisch im Menschen abgebildet. Wenn also eine Gruppe von Menschen eine neue Lebensordnung für die heilige Allianz aufbaut, dann aktiviert sie ein Lebensbild, das (latent) in allen Zeitgenossen enthalten ist. Das Bild kann jetzt überall empfangen werden.

Überall sind Sensoren, die das Bild aufnehmen; überall sind Kräfte, die es umsetzen. Ein krankes Kind kann gesund werden, wenn sich der kleine Hund zu ihm legt. Heilsam ist jeder Kontakt, bei dem sich verschlossene Herzen wieder öffnen können. Wir kommen hier in einen Bereich, der nicht oft erwähnt wird, weil wir uns unserer Gefühle schämen. Ich bitte die Leserinnen und Leser dieses Buches, öffnet eure Herzen und gebt den Gefühlen eine klare, 196 direkte, nüchterne Sprache. Sie sind die Grundlage der Wahrheit. Wilhelm Reich hat eine interessante Definition der Wahrheit gefunden: „Wahrheit ist der direkte, unmittelbare Kontakt zwischen dem Leben, welches wahrnimmt, und dem Leben, welches wahrgenommen wird.” Jedes Mitgeschöpf der heiligen Allianz ist ein Organ im Ganzen und hilft mit, das Ganze in Gang zu halten. Wenn bei einem Organ eine Störung eintritt, müssen alle anderen dazu beitragen, die Störung zu überwinden. Wir haben einige Indizien dafür, dass verschiedene Mitgeschöpfe, z.B. Wale und Delphine, die Aufgabe übernommen haben, dem Menschen bei seiner Überlebensaufgabe zu helfen; auch bei Ratten können wir infolge unserer Beobachtungen in Tamera eine ähnliche Unterstützerfunktion vermuten. Bei genauerer Betrachtung offenbaren sich immer mehr Mitgeschöpfe als Helfer des Menschen. Ohne Bienen könnten wir nicht leben, weil es dann keine Früchte mehr gäbe.

Unter diesem Gesichtspunkt eines hoch komplexen und fein abgestimmten Gesamtsystems wird es dringend notwendig, unsere Beziehung zu Tieren von Grund auf neu zu durchdenken. Eine liebevolle Kooperation mit den Mitgeschöpfen kann durch verschiedene Maßnahmen unterstützt werden. Die Friedensgärten von Eike Braunroth geben schier unglaubliche Beispiele für das Zusammenleben von Mensch und sogenanntem „Ungeziefer” in den Gärten. Die Schnecken erhalten eine Mitteilung, welche Pflanzen sie essen dürfen und welche nicht – und sie halten sich daran. In Tamera hat sich eine freundschaftliche Kooperation mit Wildschweinen entwickelt. Die Schweine halten sich (meistens) an die Grenzen, die sie nicht überschreiten dürfen. Wir brauchen keine Zäune um unsere Gärten zu ziehen.

Hilfreich für das morphogenetische Feld der heiligen Allianz ist die Einrichtung eines „Tiersanktuariums” für kranke und verletzte Tiere. Als der indische Kaiser Ashoka (200 v. Chr.) infolge eines Erleuchtungserlebnisses keine Kriege mehr führen wollte, da ließ er in Indien Tausende von Trinkstellen und Krankenhäuser für Tiere aufbauen. Wir haben viele Möglichkeiten, um uns im Sinne einer vertrauensvollen Kooperation erkenntlich zu zeigen. 197 In Tamera gibt es eine Einrichtung, die wir humoristisch den „metaphysischen Hektar” genannt haben. Das ist ein wilder Garten, etwa ein Hektar groß, wo die Wahrnehmung und Kooperation mit allen sichtbaren und unsichtbaren Wesen experimentell gepflegt wird.

Es gibt ja neben den physischen Wesen auch die unsichtbaren, zum Beispiel die „Devas”, welche auf anderer Bewusstseinsebene die Kooperation mit uns Menschen suchen und unterstützen. Schließlich stellen wir fest, dass die Gemeinschaft des Lebens gar keine Grenze hat, weder nach oben, noch nach unten. Oben wirken hohe geistige Wesen in aufsteigender Stufenleiter, unten wirken mikroskopisch kleine Wesen in absteigender Stufenleiter. Die in Tamera entstehende „Schule des Lebens” kam auf den glorreichen Gedanken, die Bakterien der Biogas-Anlage in ihr Gemeinschaftskonzept aufzunehmen. Im Moment ist noch Humor dabei, bald könnte es nüchterne Selbstverständlichkeit werden.

Terra Nova – Globale Revolution und Heilung der Liebe