Als Papst Franziskus im Jahre 2013 nach Rio de Janeiro kam, versammelten sich drei Millionen Menschen. Als sie nachts nicht auseinandergehen wollten, gingen sie mit ihren Schlafsäcken an den Strand der Copacabana, um dort zu übernachten. Zwei Millionen junge Menschen schliefen am Strand von Rio, um an der Botschaft teilzuhaben. Das Luftbild zeigte eine endlose Reihe von Schlafsäcken bis an den Horizont. Ich bitte meine Leserinnen und Leser, einmal innezuhalten und gewahr zu werden, was hier geschieht. Hinter allem Aufruhr gibt es diese kollektive Sehnsucht junger Menschen nach einer tieferen Antwort auf ihre Lebensfagen. Was wäre, wenn eine globale Friedensbewegung tatsächlich eine Antwort auf die religiöse Frage der Menschen hätte?

Es ist ja keine Privatfrage, sondern eine menschheitliche. Wir kommen aus einer höheren Welt, die wir (noch) nicht kennen. Alles Leben, alles Wachstum, jede Liebe haben dort ihren Anker und ihr Geheimnis. Um realistisch handeln und planen zu können, müssen wir uns mit dieser Metawelt verbinden, ihre Funktionslogik, ihre Verbindungen und Gesetze kennenlernen, damit wir uns immer sicherer daran orientieren können.
Viktor Schauberger hat gesagt: Wer das Wassergeheimnis kennt, hat die Macht. Ebenso können wir sagen: Wer das religiöse Liebesgeheimnis kennt, hat die „Macht”. Es ist eine weiche Macht, die das neue Zeitalter bestimmt. (Siehe das Buch von Sabine Lichtenfels „Weiche Macht” )
Das religiöse Liebesgeheimnis liegt auf dem Grund aller Dinge. Und eben deshalb haben Staat und Kirche alles getan, um den Menschen von den göttlichen Quellen fernzuhalten, denn ein Mensch, der mit diesen Quellen verbunden ist, ist nicht leicht regierbar. Um verfügbare Untertanen zu schaffen, musste den Menschen ihre sexuelle und ihre religiöse Quelle entzogen werden.
Die Botschaft von Jesus wurde ebenso gefälscht und unterdrückt wie die Isis-Kulte aus Ägypten. Wir kommen aus einer Epoche des Kampfes gegen die göttliche Welt. Wer dem religiösen Geheimnis zu nahe kam wie zum Beispiel Meister Eckhart, wurde von der Inquisition beseitigt. (Meister Eckhart ist noch rechtzeitig gestorben, sonst wäre er als Ketzer verbrannt worden).
Der Mensch ist eine Manifestation Gottes. Wer oder was dieser Gott auch immer sein mag, wir sind die Manifestation eines Universums, das wir in uns tragen. Das physiologische Universum unserer Zellen und Ganglien ist verbunden mit dem seelischen Universum unserer Gedanken, Träume, Erinnerungen, Antriebe und Fähigkeiten. Die zukünftige Gesellschaft basiert auf einer neuen Kenntnis des Menschen und seiner inneren Verbindung mit jener kosmischen Größe, die den Namen Gottes trägt. Wir stehen erst am Anfang, wir sind Embryonen unserer eigenen Entwicklung. Im Laufe der verhängnisvollen historischen Entwicklung ist der Mensch von seinen Quellen vertrieben worden. Heute stehen wir vor der Tatsache, dass kaum noch jemand in wirklicher Verbindung mit seiner göttlichen Quelle lebt.
Der Mensch unserer Zeit ist amputiert, er hat ein wichtiges Organ verloren. Er ist nicht mehr verbunden mit dem großen Stromkreislauf des Lebens und erzeugt deshalb Ersatzkreisläufe, die ihn immer weiter ins kosmische Abseits treiben. Wir haben die Aufgabe, die Sache zu reparieren und neue Tore zu öffnen für die nächste Entwicklungsstufe des Homo sapiens. Sowohl der religiöse wie auch der sexuelle Stromkreislauf müssen neu installiert werden, damit unsere Zukunftsplanung auf den Boden einer höheren Realität kommt. Die menschliche Gesellschaft braucht ein neues Betriebssystem. Wir leben heute in einem „Multiversum” mit vielen Parallelwelten.
Hellsichtige Geister behaupten, dass an manchen Tagen mehr nicht-inkarnierte als inkarnierte Menschen auf den Straßen von Rio de Janeiro herumlaufen. Wir hören auf solche Nachrichten mit einer Mischung von Humor und Neugier. Was geschieht denn nach dem Tod? Welche Familien, Gemeinschaften, Seilschaften, Kolonien und Städte gibt es dort, im Jenseits? Was hat es auf sich mit den seltsamen Büchern des brasilianischen Mediums 204 Francisco Xavier? Wo ist unser Geist nachts unterwegs, wenn wir träumen? Die Welt befindet sich in heftiger Transformation, und es könnte sein, dass sich unserem forschenden Geist bald ein gewaltiges Tor öffnet.
Ich liebe das kleine Märchen von Henri Nouwen über die Zwillinge im Mutterleib, das im Internet kursiert. Hier ist es:
Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch der Mutter.
„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?” fragt der eine Zwilling.
„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden für das, was draußen kommen wird, vorbereitet”, antwortet der andere Zwilling.
„Ich glaube, das ist Blödsinn”, sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?”
„So ganz weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?”
„So einen Unsinn habe ich noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.”
„Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.”
„Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum.”
„Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen.”
„Mutter???? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?”
„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!”
„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.”
„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt.”

Hier wird in einer wunderbaren Parabel unsere Situation charakterisiert. Sobald wir anfangen, an das Ganze zu denken, in dem wir Tag für Tag leben, überkommt uns eine merkwürdige Befremdung. Wir glauben, dass „da draußen” etwas ist, aber wir haben die „Mutter” (der Zwillinge) verloren. Religion im guten Sinn ist ein Seelenzustand des Menschen, worin diese Befremdung aufgehoben ist durch ein tiefinneres, urbekanntes Gefühl von Vertrauen, Liebe und Heimat. Durch die ganze Menschheit geht – bewusst oder unbewusst – eine Sehnsucht nach dieser Heimat.
Religion ist der Seelenzustand, der diese Sehnsucht stillt. Religion ist die Verbundenheit mit der göttlichen Welt. Aber diese Welt ist nicht fern von uns, nicht über uns, sondern sie umgibt und durchdringt uns mit jedem Atemzug. In ihr wurden wir gezeugt, in ihr beginnen wir zu atmen, zu denken, zu lieben. Wir sind aus ihrem Stoff gemacht, und je länger wir wachsen, desto ähnlicher werden wir, der Embryo Mensch, unserem „Schöpfer” – bis wir selbst die göttliche Welt werden, von der wir als Zwillinge im Mutterleib noch nichts wussten. Was für eine tiefsinnige Parabel! Es gibt kaum einen Systemwechsel, der radikaler sein könnte, als der Systemwechsel in der Religion. Deshalb kann es zu Missverständnissen führen, wenn wir in einem revolutionären Zusammenhang das Wort „Religion” benutzen.
Die neue Religion ist keine Kirche, keine Orthodoxie und keine Konfession, sondern ein Bewusstseinszustand. Man darf sich diesen Zustand sehr vital vorstellen, fast biologisch. Er erzeugt eine andere Funktionsweise unserer leiblichen Organe, er heilt „unheilbare” Krankheiten und vollbringt große Wunder. Jeder Mensch wird seine eigenen Erfahrungen durchlaufen. Es geht nicht um die Auferstehung nach dem Tod, sondern um die Auferstehung vor dem Tod, im gegenwärtigen Leben. Die Religion des auferstandenen Menschen ist nicht mehr die Unterwerfung unter einen übermächtigen Gott, sondern das Gegenteil, nämlich die Erhebung des Menschen zu der göttlichen Wirklichkeit, aus der wir kommen und zu der wir für immer gehören.
Die neue Religiosität ist sinnlich und leiblich. Sie öffnet unsere Kanäle zu allen Quellen der Liebe, der Heilung und der Kunst. Sie öffnet unsere Kanäle für die Kinder. Sie öffnet 206 dem wissenschaftlichen Denken neue Tore, von denen wir vorher nur träumen konnten. Religion ist die Erfüllung unserer Seele mit jenem Glauben, der „Berge versetzen” kann. Das ist fast wörtlich gemeint. In dem Maße, wie wir diese Form des Glaubens gewinnen, können „wir” die Welt im Sinne der Heiligen Matrix umgestalten.
Ich setze das „wir” in Anführungszeichen, weil nicht mehr wir es sind, die das bewirken, sondern die KRAFT, die durch uns hindurchwirkt. In diesem Zustand erfahren wir, was es heißt, glücklich zu sein. „Das ist höchstes Menschenglück, Kanal zu sein für die Geistkräfte des Alls”, hat Prentice Mulford geschrieben. 33 Es wird eine Weile dauern, bis sich die neue Religion in der kommenden Kultur durchsetzt. Es ist ein historischer Prozess, vergleichbar dem der freien Sexualität. Aber er wird überall eintreten, denn die Existenz der göttlichen Welt ist eine Tatsache, die wir nicht länger ignorieren können. Sie ist keine Frage des Glaubens oder Unglaubens, sondern des Sehens und des Wissens. Wie weit sie in unserem Leben wirksam wird, hängt ab von unserer inneren Öffnung und Bereitschaft. Mit verschlossenem Herzen lässt sich Religion nicht verstehen. Es ist keine Ideologie, die göttliche Welt anzuerkennen; es ist Ideologie, sie abzulehnen.
Der Kampf, der heute noch von journalistischer und wissenschaftlicher Seite her gegen die Religion geführt wird, basiert auf Unkenntnis der Dinge und wird bald zu Ende sein. Wie kommen wir vom Unglauben zum Glauben? Was antwortet das Kind im Mutterleib, wenn es gefragt wird, ob es an die Existenz der Mutter glaubt? Was antwortet ein Fisch, wenn man ihn fragt, ob er an die Existenz des Wassers glaubt? Der Fisch lebt im Raum des Wassers, wie wir im Raum der göttlichen Welt leben. Wie soll man an etwas glauben oder nicht glauben, was immer da ist und einen ständig umgibt, so wie die beiden Zwillinge immer vom Leib der Mutter umgeben sind?
„Gott ist immer bei uns, wir aber sind nicht immer zu Hause”, so ähnlich hat es Meister Eckhart formuliert. Warum sind wir nicht immer zu Hause? Weil unsere heimlichen Gedanken und Wünsche woanders sind. Oft ist es ein heimliches Liebesthema, das uns im Innern so 207 sehr beschäftigt, dass wir für Informationen aus der göttlichen Welt nicht mehr empfänglich sind, auch wenn wir uns darum bemühen. Unsere Seele ist besetzt. Wir stehen im Bannkreis eines ungelösten Liebesthemas. Die ganze Welt leidet an einer unbewussten Okkupation durch ein kollektives Trauma in der Liebe.
Es gehört deshalb zum Masterplan der Heilungsbiotope, dass sie ihre Klosterschule mit der Liebesschule verbinden. Wir müssen beständig an der Auflösung des historischen Traumas arbeiten, um wieder frei und empfänglich zu werden für die Nachrichten und Kräfte aus der höheren Welt. Der Verlust des Glaubens an eine göttliche Welt ist ein historisches Phänomen und geht nicht auf das Konto unserer privaten Borniertheit. Trotzdem ist es unsere Aufgabe, aus dieser historischen Borniertheit auszutreten und langsam die Tatsachen anzuerkennen. Wir Menschen sind ein Teil der göttlichen Welt; es ist deshalb ganz selbstverständlich, an sie zu glauben. Wir sind so selbstverständlich von göttlicher Natur, wie wir von leiblicher Natur sind.
Niemand kommt auf den Gedanken, an seiner leiblichen Natur zu zweifeln. Niemand käme auf den Gedanken, an seiner göttlichen Natur zu zweifeln, wenn nicht das Urvertrauen in einem furchtbaren historischen Prozess zerstört worden wäre. Es ist unsere historische und menschheitliche Aufgabe, zur Selbstverständlichkeit des religiösen Glaubens zurückzufinden. Leben ist Anteilnahme, Leben ist Vertrauen, Leben ist Liebe, Leben ist Religion. Durch den Glauben an unsere göttliche Natur öffnen sich die Möglichkeiten, die Kräfte und Informationen, die unserer göttlichen Natur innewohnen. Kräfte des Denkens, der Liebe und der Heilung.
In diesem Zusammenhang steht das schöne Zitat von K.O. Schmidt: „Wir erkennen dann, dass wir als Geistwesen in einem geistigen Universum leben und an seinen Kräften und Möglichkeiten teilhaben, sowie und soweit wir dies gläubig bejahen. (…) Und nur weil wir uns bisher alle zu wenig zutrauten, als Kleingläubige noch nicht wagten, uns in unserer wirklichen Größe als Kinder Gottes und Träger aller göttlichen Kräfte zu bejahen und zu betätigen, haben wir bis heute erst einen winzigen Bruchteil der Kräfte aktiviert, die in uns auf ihren Einsatz durch uns warten. Seltsam genug, dass wir diese allereinfachste Wahrheit so schwer begreifen und so zaghaft darangehen, aus der Tatsache unserer Harmonie und Kommunion mit dem Unendlichen voll Glauben und Vertrauen die positiven Folgerungen zu ziehen und wirklichkeitsbewusst, das heißt sorglos und freudig, gesund und glücklich aus dem Geiste zu leben.”
Wir gewinnen vor diesem Hintergrund eine andere Sicht der Dinge. Besonders im Heilungsbereich erkennen wir neu die Mitgift, die uns gegeben wurde. Wenn ein Krebsknoten in Sekunden zu einem Nichts zusammenschrumpft, gewissermaßen entmaterialisiert wird, oder wenn zerquetschtes Gewebe in kürzester Zeit wieder seinen gesunden Zustand erreicht, dann ist das keine Durchbrechung oder Aufhebung naturgesetzlicher Abläufe, sondern eine durch höhere Kräfte bewirkte Erweiterung und Ergänzung.
Wir leben im göttlichen Milieu und haben teil an allen Möglichkeiten, die diesem Milieu innewohnen. Sobald wir innerlich mit der Heiligen Matrix übereinstimmen, können wir die Kräfte der göttlichen Welt empfangen. Das ist ein Naturgesetz und eine ethische Verpflichtung. Denn wir müssen die Regeln der göttlichen Welt befolgen, um in die höhere Übereinstimmung zu kommen. Mit dem festen Entschluss, diesen Regeln zu folgen – es sind die Regeln der „objektiven Ethik” – öffnen sich die Möglichkeiten des höheren Lebens, die wir für die globale Transformationsarbeit brauchen. Eine Gemeinschaft, die im Kraftfeld höherer Kräfte steht, erspart sich sehr viel Arbeit, denn in ihr verwirklicht sich ohne Ironie das mutige Wort: „Let God do”. Religion ist kein Lehrfach in der Schule und keine kirchliche Konfession, sondern ein Lebenszustand. Wir alle kommen aus dem „göttlichen Milieu”, leben darin und bleiben darin nach dem Tod, denn das göttliche Milieu ist die Welt, das Universum.
Das Geheimnis Gottes ist das Geheimnis des Universums, das uns in jeder Pflanzenblüte entgegen leuchtet. Wenn wir bewusst in unseren religiösen Urzustand einkehren, erleben wir diesen Vorgang meistens nicht als Ekstase, sondern als ruhige Selbstverständlichkeit. Wir sind dann einfach dort, wo wir hingehören. Es wird Zeit, dass wir Menschen anfangen, uns darüber zu verständigen und hier auf der Erde die realen Heimatplätze der göttlichen Welt zu errichten. Was wir mit dem Projekt der Heilungbiotope tun, ist nichts anderes, als solche Heimatplätze zu schaffen. Wir setzen etwas fort, was von Ashoka, Buddha, Jesus, Mani und anderen Religionsstiftern vor Jahrtausenden begonnen wurde; wir bringen es aber auf eine neue Ebene, indem wir weibliche Quellen einbeziehen und für die Möglichkeit der Realisierung eine neue soziale Ordnung entwickeln. Bisher richtete sich der religiöse Appell an den Einzelmenschen, heute errichten wir kollektive Systeme für die „Erleuchtung”, d.h. wir entwickeln soziale Strukturen, in denen die Verbindung mit der göttlichen Welt für alle ermöglicht wird.
Es ist immer wieder der Grundgedanke, das „Königreich Gottes” real auf die Erde zu bringen, in unsere Wohnsysteme und Arbeitsplätze, in unsere Gedankenwelt und unsere Liebesbeziehungen. Eros und Religion sind die beiden Grundkräfte des Lebens, die sich heute – nach einer unseligen Geschichte der Trennung und Unterdrückung – vereint erheben und uns dorthin führen, wo sie in einem gemeinsamen Urgrund zusammenfallen und identisch werden. Kann man das verstehen? Die Menschen haben alles versucht, haben tausend Wege entwickelt, um zu Gott zu kommen, haben gefastet und sich kasteit, haben sich erniedrigt und erhöht, um Gott näher zu sein, haben in der Wüste gehaust oder Kathedralen gebaut, haben alles getan, was sie tun konnten – aber eines haben sie nicht getan: Sie haben nicht das Geschenk der Geschlechterliebe angenommen, haben nicht ihre falschen Tabus korrigiert – obwohl sie gerade darunter besonders gelitten haben. Sie haben den Eros ausgeklammert und bekämpft.
Die männliche Religion war gegen den Eros gerichtet, deshalb hat sie so fürchterlich viel Unheil angerichtet. Eros und Religion gehören zusammen! Gott ohne Eros wird kalt, starr und grausam, und Eros ohne Gott kann auf Dauer nicht funktionieren, weil er sich verliert in Exzess, Eifersucht und Gewalt. Heute wird viel von „Nachhaltigkeit” gesprochen. Im Sinne der Nachhaltigkeit wünschen wir eine erotische Freude, die ein Leben lang anhält und von unseren Nachkommen fortgeführt wird. Wiedervereinigung von Eros und Religion: Grundlage einer neuen Zivilisation auf unserem Planeten.

Aus dem Buch: Dieter Duhm: Terra Nova – globale Revolution und Heilung der Liebe