Eine Holobewegung von verhängnisvollen Kettenreaktionen hat die Menschheit erfasst, seitdem sie aus dem Rahmen gefallen ist. Sie ist nicht mehr mit ihren Quellen verbunden und befindet sich deshalb in der Turbulenz einer inneren Kurzschluss-Situation. Es ist wie beim Wellenmuster an der Oberfläche eines Teiches. Die Turbulenz ist überall, aber nicht überall sichtbar. An manchen Stellen löschen sich die Wellen gegenseitig, dort sehen wir die Nullstellen, die Oberfläche ist dort in Ruhe, die Turbulenz existiert nur latent. An anderen Stellen addieren sich die Wellen und bilden eine sichtbare Unruhe. Alles zusammen bildet ein Kontinuum, in welchem die Ruhe wie die Unruhe von derselben Gesamtturbulenz getragen sind. Dasselbe findet statt an der Oberfläche der Menschheit – im Kleinen wie im Großen, auch in uns selbst. An den Stellen, wo die innere Turbulenz sich addierende oder multiplizierende Wellen erzeugt, entstehen die Unfälle, die Entgleisungen, die Affekthandlungen, die Katastrophen und Kriege. Sie haben teilweise individuelle Auslöser, aber sie kommen alle aus der globalen Turbulenz, die wir alle mitverursachen, solange wir in den alten Resonanzmustern mitspielen. Auch das globale Geschehen ist ein Kontinuum. Alle Länder, alle Menschen sind davon betroffen, denn das Gewebe des Lebens bildet eine Einheit. Zu dem Kontinuum gehören die Täter wie die Opfer, die Polizisten wie die Kriminellen, die Guten wie die Bösen, die Herrschenden wie die Beherrschten. Liebeskonflikte, Walfang, Gewaltorgien und Völkermord sind Phasen desselben Kontinuums.

Die Unglücke auf der Erde sind Eruptionen, die aus dem Ganzen kommen. Es ist das Ganze der derzeitigen Zivilisation, welches diesen Explosivstoff in sich trägt. Es ist das Ganze unserer Zivilisation, welches seit Jahrtausenden elementare Lebenstriebe unterdrückt und dadurch die Eruptionen verursacht. Und weil die Turbulenz im Ganzen ist, ist sie – latent oder offen – auch in jedem von uns. Wir alle kommen aus einer Geschichte, in der wir es gelernt haben, nicht nur andere, sondern auch uns selbst zu unterdrücken und in den großen Kulturkampf gegen die Elementarkräfte des Lebens – gegen die Elementarkraft des Bewegungstriebes, gegen die Elementarkraft des Sexualtriebes und gegen die Elementarkraft des Wissenstriebes (Neugier) – einzutreten. Aus dieser weltweiten Unterdrückung ging das explosive Gebräu hervor, das im Bauch jeder Gesellschaft gärt und bei passenden Auslösern die äußeren Deiche durchbricht. Wir können deshalb im Äußeren nicht dauerhaft die Eruptionen bekämpfen, ohne den Schwelbrand bei uns selbst zu löschen. Wir können nicht dauerhaft die Gewalt im Äußeren beenden, solange wir im Inneren Gewalt gegen uns selbst anwenden oder gewalttätige Gedanken gegen andere richten. Wir können im Äußeren keinen Frieden bewirken, solange in unseren eigenen Liebesbeziehungen Krieg ist. Wir kommen nicht daran vorbei, die Korrekturen, die für die Erde notwendig sind, an uns selbst zu vollziehen.